Bericht zum Jahreskongress 2016‏

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PalMed Deutschland veranstaltet den 9. medizinischen Jahreskongress in Hannover. Bei dem jährlichen Ereignis nahmen in diesem Jahr über 150 Ärzte und Apotheker teil. Dieses Jahr erhielt der jährliche Kongress einen internationalen Charakter mit Referenten aus Kanada und England. Bei dem ausgewählten Thema des diesjährigen Kongresses rückte zum ersten Mal das Kind in den Mittelpunkt des medizinischen Fokus. Es wurden interdisziplinäre Erkrankungen rund um das Kind mit einem besonderen Fokus auf die Neuropsychologie und Psychiatrie diskutiert.
Der Vorsitzende von PalMed Europa Dr. Monzer Rajab ging bei seiner einführenden Rede auf die Relevanz und Wichtigkeit des diesjährigen Kongress ein. Insbesondere in Bezugnahme auf das Leiden der Kinder in den besetzten Gebieten, im Gaza Streifen und in den Flüchtlingslagern. Vor allem die drei letzten Kriege in Gaza sowie die langjährige Besatzung und Blockade hinterließen ihre Spuren auf die Neuropsyche der jüngsten Generationen. Die Behandlungen dieser Folgen stellen eine große Herausforderung für die Ärzte und Familien Vorort dar.
Der aktuelle Vorsitzende von PalMed Deutschland Dr. Ashraf Dada bestätigte dieses in seiner Rede und versicherte, dass PalMed weiterhin die Zusammenarbeit mit deutschen und anderen internationalen Vereinigungen suchen werde mit dem Ziel den medizinischen Gesundheitssektor in den besetzten Gebieten und insbesondere in Gaza und in den Flüchtlingslagern zu stärken und zu verbessern. Die Behandlung der Kinder wird weiterhin im Zentrum der Bemühungen stehen.
Des Weiteren berichtete Dr. Ashraf Dada über abgeschlossene und laufende Projekte wie z.B. der Abschluss des Projektes „Künstliches Auge“ für diejenigen, welche ein Auge während des letzten Krieges verloren haben, sowie auch die Bemühungen in Zusammenarbeit mit der CIM das gefährdete größte Krankenhaus der palästinensischen Gebiete, Al Maqassed Hospital in Jerusalem, mit europäischem Knowhow und Fachkräften zu unterstützen, insbesondere auf dem Gebiet der pädiatrischen Medizin.
PalMed Deutschland setzte dieses Jahr einen neuen Meilenstein in der Geschichte des Deutsch Palästinensischen Ärzteforums. Dr. Ashraf Dada stellte das größte und schwerste Projekt in Kooperation mit der PIMA aus Südafrika vor. In dem etwa 200.000 € schweren Projekt geht es um die kostenlose medizinische Behandlung bedürftiger Menschen in Gaza. Hiermit öffnet PalMed Deutschland neue Dimensionen und erreicht eine höhere Stufe in seinem Bestreben den leidenden Menschen in Palästina zu helfen. Als Gastreferent und zwecks offizieller Unterzeichnung des Kooperationsvertrages stellte Dr. Malik Abou Rageila (General Direktor PIMA) dieses Projekt kurz vor.

Bevor der wissenschaftliche Teil begann, ergriff ein beeindruckendes und emotionales Video die Herzen der Teilnehmer. In diesem Video wurden zwei exemplarische, repräsentative Fälle aus dem jüngsten Krieg in Gaza dokumentarisch vorgestellt, welche die psychologischen Folgen des Krieges und der erlittenen Verletzungen auf ein Kind in Gaza aufzeigten.
Im Rahmen des wissenschaftlichen Teils mit renommierten Referenten aus Deutschland, Kanada, England, Süd Afrika und aus dem Gaza Streifen konnte ein Einblick in bestimmte Krankheitsbilder des Kindes, die Arbeit von PalMed und vor allem in die Neuropsyche der posttraumatisch durch die langjährige Besatzung und die vielen Kriege belasteten Kinder Gaza´s verschafft werden. Über dies hinaus verpasste PalMed nicht die Gelegenheit auch auf die aktuelle Flüchtlingssituation durch den Krieg in Syrien einzugehen.
Erwartungsvoll freuen wir uns auf die 10 Jährige Jubiläumstagung, die in Düsseldorf im Mai 2017 stattfinden wird.